Hausnebenkosten: Diese Betriebskosten kommen nach dem Hausbau auf Sie zu!

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, sollte viel Zeit in die Planung und Kalkulation stecken. Denn neben den reinen Baukosten, kommen außerdem auch Kostenstellen für Planung, Baustelle & Co. dazu. Ist das neue Domizil dann bezugsfähig, müssen weitere Hausnebenkosten beachtet und unbedingt in die vorherige Kalkulation einberechnet werden. So ersparen Sie sich später böse Überraschungen in Ihrer Finanzplanung. Doch welche laufenden Betriebskosten kommen hier auf Sie zu? Und wie können Sie diese möglichst gering halten? Wir haben alle Hausnebenkosten auf einen Blick. 

Was fällt unter die laufenden Nebenkosten für ein Haus?

Für die laufenden Hausnebenkosten wird häufig auch der Begriff Betriebskosten verwendet. Dabei handelt es sich grundsätzlich um alle Kosten, die unabhängig von den Bau- oder Anschaffungskosten regelmäßig anfallen. Hier unterscheidet man nochmals genauer zwischen öffentlichen und privaten Gebühren. Erstere umfassen die Kosten für verschiedene Dienstleistungen wie Straßenreinigung oder Müllabführ. Diese werden an die zuständigen Gemeinden entrichtet. Bei privaten Nebenkosten dagegen, werden Verträge mit privaten Dienstleistern abgeschlossen. Hierzu zählen also zum Beispiel Kostenstellen wie Strom oder Telekommunikation.

Hausnebenkosten auf einen Blick: Das kommt auf Sie zu!

Wir empfehlen alle Hausnebenkosten unbedingt bereits vor dem Hausbau in Ihre Kalkulation einzuberechnen. Doch auf welche Betriebskosten müssen Sie hier achten? Wir haben den Überblick:

1. Grundsteuer 

Zunächst sollten Sie die Grundsteuer bedenken, die einmal jährlich an die Gemeinde entrichtet wird. Diese setzt sich in der Regel aus drei Faktoren zusammen. Zunächst gilt in ganz Deutschland ein Einheitswert, der vom Finanzamt festgelegt wird und als Bemessungsgrundlage dient. Dieser wird anschließend mit der Grundsteuermesszahl multipliziert, die bestimmt, welcher Teil des Einheitswerts als steuerpflichtig gilt. Daraus ergibt sich der Grundsteuermessbetrag, der wiederum mit dem sogenannten Hebesatz der jeweiligen Kommune belegt wird. Dabei handelt es sich um einen Wert, der individuell von den Gemeinden festgelegt wird und die jeweilige Steuerlast bestimmt. Je nach Region kann dieser in Deutschland stark variieren. Gerade in Ballungsräumen soll der Hebesatz künftig stark ansteigen. Derzeit liegen die Hausnebenkosten für die Grundsteuer, je nach Region und Wohnort, zwischen 70 bis 800 €.

2. Müllabfuhr 

Auch die Hausnebenkosten für die Müllabfuhr können die Gemeinden individuell festglegen. In vielen Fällen können Sie die anfallenden Gebühren reduzieren, indem Sie Müll einsparen. Gerade die Restmülltonne schlägt zu Buche. Je kleiner hier der Müll gehalten wird, desto mehr Kosten können Sie sparen. Für die Müllabfuhr müssen Sie ca. mit 15 € pro Person und pro Monat rechnen. 

3. Straßenreinigung & Straßenausbau

Viele Gemeinden erheben außerdem Gebühren für Straßenreinigungen direkt vor Ihrem Haus. In der Regel existiert hier wieder ein fester Satz pro Meter Gehweg. Hier müssen Sie je nach Wohnort mit ca. 60 bis 100 € jährlich rechnen. Und auch der Straßenausbau kann zu den Hausnebenkosten dazukommen. In vielen Bundesländern sind die Kommunen berechtigt den Ausbau anteilig von den Anliegern mitfinanzieren zu lassen. Wie hoch hierfür die Kosten ausfallen, lässt sich pauschal nicht beantworten, ist aber meist in der örtlichen Beitragssatzung festgelegt. 

4. Wasser- & Abwasserversorgung 

In puncto Wasser unterscheiden die Kommunen zwischen Frisch- und Abwasser. Beides wird aber meist gekoppelt abgerechnet. Auch hier gibt es wieder regionale Unterschiede – je nach Verfügbarkeit, Aufbereitungs- und Beschaffungskosten. Zusätzlich spielt natürlich auch der individuelle Wasserverbrauch eine große Rolle. Wer hier Kosten einsparen möchte, sollte versuchen den Frischwasserverbrauch möglichst gering zu halten. Wie hoch die Gebühren für Wasser- und Abwasser ausfallen, kann pauschal nicht beantwortet werden. Pro Hausbewohner und pro Jahr können Sie mit ca. 170 bis 300 € rechnen.

5. Heizung & Wartung

Die Heizgebühren machen einen großen Teil der Hausnebenkosten aus. Doch gerade hier besteht das größte Sparpotenzial! Zum einen können Sie selbst entscheiden, welche Energieform Sie wählen möchten. Und auch die Art der Bauweise, sowie die Dämmung spielen eine große Rolle. So ist Ziegel beispielsweise für seine guten Wärmedämmeigenschaften bekannt, was auch den Heizkosten zu Gute kommen kann.  Grundsätzlich können Sie mit ca. 11 bis 14 € pro Qudratmeter im Jahr rechnen. Hinzu kommen bei einigen Heizarten die Wartungskosten, die meist bei ca. 350 bis 500 € liegen.

 6. Stromkosten

Auch die Höhe der Stromkosten liegt grundsätzlich in Ihrer Hand. Hier kommt es auf die Wahl des Stromanbieters sowie Ihren individuellen Verbrauch an. Wir empfehlen Ihnen sorgfältig zu vergleichen und auf Stromfresser wie alte Elektrogeräte oder Durchlauferhitzer zu verzichten. In etwa müssen Sie bei den Hausnebenkosten hier mit ca. 100 bis 150 € pro Monat rechnen. 

7. Versicherungen

Versicherungen sind für Ihr neues Eigenheim in Deutschland zwar nicht verpflichtend, aber dringend zu empfehlen! Hier bieten sich vor allem Haftpflicht-, Brandschäden- oder Gebäudeversicherungen an. Wohnen Sie zudem in einem Risikogebiet, ist eine Absicherung für weitere Elementarschäden sinnvoll. Vor allem dann, wenn Sie beispielsweise in einem Überschwemmungsgebiet wohnen. Auch bei den Versicherungen lässt sich kein Pauschalbetrag für die Hausnebenkosten festlegen. Dieser varriert je nach Anbieter und gewähltem Leistungsumfang, liegt aber ca. zwischen 150 bis 800 € im Jahr.

8. Telekommunikation

Falls Sie Verträge für ein Festnetztelefon und Internet abschließen wollen, müssen Sie die Kosten hierfür auch bei den Hausnebenkosten einberechnen. Diese Kosten haben Sie zwar wahrscheinlich auch schon vor dem Bezug des Eigenheims, der Vollständigkeit halber zählen wir sie hier aber mit. In der Regel werden diese Leistungen aber als Flatrate angeboten. Auch hier kommt die Höhe der Gebühren stark auf den jeweiligen Anbieter an, liegt aber in etwas zwischen 25 bis 40 €.

9. Schornsteinfeger

Die Kosten für den Schornsteinfeger sind in der Regel in der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) festgelegt, können aber je nach Bundesland leicht abweichen. Neben dem Kehren des Schornsteins, liegt die Aufgabe eines Schornsteinfegers hauptsächlich darin die Abgaswerte der Heizungsanlage zu messen. Hier müssen Sie ca. 40 bis 100 € im Jahr für die Hausnebenkosten einberechnen. 

Achtung: Sie können oben genannte Angaben zur Orientierung und als Checkliste heranziehen. Beachten Sie allerdings, dass es sich hierbei lediglich um unverbindliche Richtwerte handelt. Die genauen Kosten bzw. Gebühren können Sie dann bei den entsprechend zuständigen Stellen erfragen. 

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