Wärmebrücken & ihre Tücken: Wie kann ich Wärmebrücken beim Hausbau vermeiden?

Wärmebrücken am Haus erhöhen den Energieverbrauch, können die Wohnqualität verringern und im schlimmsten Fall sogar die Bausubstanz gefährden. Man spricht dann von einer Wärmebrücke (umgangssprachlich oft auch Kältebrücke genannt), wenn an einem Bereich des Hauses deutlich schneller Wärme verloren geht als an anderen, unproblematischen Stellen. Dem kann man entweder durch durchdachte Hausplanung vorbeugen oder aber – sollten zu einem späteren Zeitpunkt Probleme auftreten – das Problem durch eine Sanierung beseitigen. Um Wärmebrücken aufzudecken kommt eine sogenannte Wärmebildkamera zum Einsatz. In diesem Artikel erklären wir Ihnen alles zum Thema Wärme- bzw. Kältebrücken, welche Arten es gibt, wie man sie erkennt und vor allem wie man sie vermeiden kann.

Welche Arten von Wärmebrücken gibt es?

Zunächst einmal sollte man wissen, welche Ursache die Wärmebrücken am eigenen Haus haben bzw. wo tendenziell Gefahrenquellen liegen. Man unterscheidet dabei in drei Arten:

Materialbedingte Wärmebrücken:

Sogenannte materialbedingte Wärmebrücken entstehen, wenn Bauteile stark unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit aneinander angrenzen. Ein Beispiel wären Stahlträger, die in eine Betonwand eingelassen sind. Hier treffen Baustoffe unterschiedlicher Materialien mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit direkt aufeinander, denn die Wärmeleitfähigkeit von Stahl liegt 46,5 und die von Beton bei 1,35.

Geometrisch bedingte Wärmebrücken:

Diese entstehen, wie der Name schon sagt, rein durch eine geometrische Form, wenn bei einem Haus die Innenoberfläche und Außenoberfläche nicht gleich groß sind bzw. die Wärme abgebende Oberfläche sehr viel größer ist als die Wärme aufnehmende Oberfläche. Ein typisches Beispiel hierfür sind Gebäudeecken.

Konstruktive Wärmebrücken:

Manchmal sind Wärmebrücken aus planerischer oder baulicher Sicht nicht zu vermeiden. Das nennt man dann eine konstruktive Wärmebrücke. Diese findet man typischerweise bei Bauteilen oder Bauteilanschlüsse. Beispiele dafür sind Balkonauskragungen, aber auch Rollladenkästen, Fensterstürze oder Heizkörpernischen.

Die Auswirkungen von Wärme- bzw. Kältebrücken auf Gesundheit & Heizkosten

Wärmebrücken können drastische Folgen haben. Zum einen ist der finanzielle Aspekt bemerkenswert, denn dadurch, dass vermehrt Wärme nach draußen gelangt, sind die Heizkosten eines Hauses höher als eigentlich nötig.

Darüber hinaus können Wärmebrücken auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner des Hauses haben, verursacht durch Schimmelpilzbildung, Allergien und einer allgemeinen Verschlechterung des Wohnkomforts und Wohlbefindens.

Wie kann man sie erkennen?

Um eine Wärmebrücke zu erkennen, sollte man eine Thermografie-Aufnahme vom Fachmann machen lassen. Dieser macht dann bei möglichst kalter Witterung eine Aufnahme des Hauses mit Hilfe einer Wärmebildkamera. Auf dem so entstehenden Bild, werden unterschiedlich warme Teile eines Hauses in unterschiedlichen Farben dargestellt. Bereiche, auf denen das Wärmebild sehr dunkel ist, also zum Beispiel dunkelblau, sind sehr gut isoliert und kalt. Das bedeutet, dass dort keine oder sehr wenig Wärme von innen nach außen gelangt. Wichtig sind die hellen Bereiche, die in der Farbskala von gelb bis rot reichen. Denn hier identifiziert die Wärmebildkamera Stellen am Haus, die Wärme nach außen abgeben. Hier gelangt durchgehend viel Wärme aus den Inneren des Hauses nach außen, was man auch als Wärmeleck bezeichnen kann. An diesen Stellen besteht Handlungsbedarf.

Wärmebrücken mit dem BlowerDoor-Test aufdecken

Der BlowerDoor-Test kann vor Übergabe des schlüsselfertigen Hauses an den Bauherren, aber auch bei bestehenden Häusern durchgeführt werden, um die Luftdichte des Gebäudes zu messen. In der Bauphase wird er mehrmals durchgeführt, um Wärmebrücken oder undichte Stellen direkt ausmerzen und die Korrekturen überprüfen zu können. Im Großen und Ganzen bringt in diesem Test ein Ventilator den Luftdruck im Gebäude über oder unter das Level der Außenluft. Eine Messung zeigt dann, wie dicht das Gebäude tatsächlich ist. Der BlowerDoor-Test lässt sich ganz gut mit einer Tüte vergleichen, in die man Luft pustet: Ist die Tüte dicht, bleibt die Luft drin und die Tüte gefüllt. Bei einem Leck muss jedoch ständig Luft nachgepustet werden. Wie viel das ist, ermitteln die Fachleute bei dem tatsächlichen Test über Messgeräte.

Was kann man gegen Wärmebrücken tun?

Durch eine durchdachte Konstruktion lassen sich Wärmebrücken am Haus von vornherein vermeiden. Eine fachkundige Werk- und Detailplanung, sowie die Einbindung eines Energieberaters bereits in der Planungsphase, reduzieren das Wärmebrückenrisiko zusätzlich. Erfahrene Bauleiter erkennen fachlich nicht richtig ausgeführte Anschlusspunkte noch bevor ein Schaden entsteht. Grundsätzlich ist es aber auch nachträglich möglich Wärmebrücken durch eine Sanierung abzudichten und zu dämmen. Besser ist es natürlich, diese durch einen sorgfältigen Abwicklungsprozess – von der Planung bis zur Bauleitung – gleich zu vermeiden.