Die optimale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen

Welche Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen herrscht, wird maßgeblich durch unseren Aufenthalt in unseren eigenen vier Wänden bestimmt: Kochen, waschen, duschen, schlafen, heizen, lüften – aber auch durch. Und so auch unser Wohlbefinden. Denn schlechtes Raumklima sowie eine zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen bemerken wir zwar nicht direkt, die Auswirkungen aber sehr wohl. Gesundheitliche Probleme, wie gehäufte Erkältungskrankheiten oder Atemprobleme können auftreten, Fenster beschlagen oder Schimmel bildet sich. All das sind Indikatoren für einen ungünstigen Raumfeuchte-Wert. Messbar ist die Luftfeuchtigkeit nur mit Hilfe eines Hygrometers. Wenn sich so herausstellt, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum viel zu hoch oder zu niedrig ausfällt, heißt es Ursachenforschung betreiben. Denn im Zusammenspiel mit der Raumtemperatur und der Luftqualität spielt die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle für unser Wohlgefühl.

Der Rötzer-Experten-Tipp: Um Energieverluste zu reduzieren, müssen Bauherren nach der Energiesparverordnung auf eine gute Außendämmung besonderen Wert legen. Denn moderne Gebäude sind nach der EnEV dauerhaft luftdicht abzudichten. Doch gut isoliert heißt auch, dass der Luftaustausch zwischen Außen- und Innenluft reduziert wird. Deshalb ist es gerade in Zeiten immer dichter werdender Gebäudehüllen wichtig, auf das richtige Lüften und Heizen achten! (LINK zu Beitrag Stoßlüften)

Relative, absolute, optimale Luftfeuchtigkeit – was ist das?

Wenn es um die Raumfeuchte geht, schwirren einem viele Fachbegriffe um den Kopf. Relative, absolute oder maximale Luftfeuchtigkeit – doch was heißt das eigentlich?

Maximale Luftfeuchtigkeit

Die maximale Luftfeuchtigkeit gibt an, wieviel Luftfeuchte in Abhängigkeit von Luftdruck und Temperatur maximal erreicht werden kann. Wird der Luft mehr Wasserdampf zugeführt, als maximal möglich, beginnt ein Teil des Wassers zu kondensieren. Es bilden sich Nebeltröpfchen oder ein Wasserfilm.

Absolute Luftfeuchtigkeit

Die absolute Luftfeuchtigkeit wird in Gramm pro Kubikmeter angegeben (g/m3) und gibt den tatsächlichen Gehalt des Wasserdampfs an, der aktuell in der Luft vorhanden ist.

Relative Luftfeuchtigkeit

Dieser Wert zeigt das prozentuale Verhältnis (in %) von aktuell enthaltenem Wasserdampf in der Luft zum maximal Möglichen zum Zeitpunkt des Messens an – also den Sättigungsgrad.

Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen messen – das Hygrometer

Um festzustellen, ob die Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen optimal ist, brauchen Sie ein sogenanntes Hygrometer. Dabei zeigt ein Hygrometer die relative Raumfeuchte in Prozent an und hilft Ihnen zu ermitteln, ob der Wert zu hoch oder zu niedrig ist. Echte Luftfeuchtigkeit-Profis arbeiten sogar mit zwei Hygrometern, um, zum Beispiel, den perfekten Zeitpunkt zum Lüften herauszufinden. Denn für sinnvolles Stoßlüften sollte die Außenluft trockener sein, als die Raumluft. Gerade wenn es um die Prävention von Schimmelbildung geht.

Unterschiedliche Raumfeuchte in Sommer und Winter

Apropos Innen- und Außenluft: Wussten Sie, dass die absolute Luftfeuchtigkeit im Sommer höher ist als im Winter? Der Grund dafür liegt in der Außentemperatur. Die warmen Außentemperaturen im Sommer sorgen dafür, dass die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann, also die maximale Luftfeuchtigkeit höher ist, als bei kalten Temperaturen. Die feuchtigkeitsgeladene Außenluft kühlt im Innenraum ab und erhöht so die relative Raumfeuchte. Im Winter ist es genau umgekehrt: Die kalte Außenluft wird im Innenraum durch das Heizen erwärmt und die relative Raumfeuchte sinkt. Deshalb sollte im Sommer auch anders gelüftet werden, als im Winter.

Die optimalen Werte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Denn welche Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen ideal ist, hängt von der Art des Raumes ab. Ein Badezimmer besitzt natürlich ganz andere Werte als zum Beispiel ein Schlafzimmer. Grundsätzlich fühlen wir uns bei einer relativen Luftfeuchtigkeit um die 50 % und einer Temperatur von 20 Grad am wohlsten. Für Wohnräume bedeutet dies, dass ein Wert zwischen 40 und 60 Prozent angestrebt werden sollte. Aber Vorsicht, rutscht der Wert dauerhaft unter 40 % ist die Luft zu trocken und unsere Gesundheit beginnt zu leiden. Gereizte Schleimhäute und Atemwege beeinträchtigen unser Wohlgefühl und begünstigen Erkältungskrankheiten. Liegt der Wert allerdings dauerhaft über 70 % ist Schimmel vorprogrammiert und die Bausubstanz leidet.

Am besten Sie richten sich nach folgenden Werten für ein optimales Raumklima im ganzen Haus

(Temperatur in °C / Luftfeuchtigkeit in %):

  • Wohnzimmer: ca. 20 °C, 40 – 60 %
  • Arbeitszimmer: ca. 20 °C, 40 -60 %
  • Kinderzimmer: 20 – 23 °C, 40 – 60 %
  • Schlafzimmer: ca. 18 °C, 40 – 60 %
  • Küche: ca. 19 °C, 50 – 60 %
  • Badezimmer: ca. 20 – 23 °C, 50 – 70 %
  • Flur: ca. 15 – 18 °C, 40 – 60 %
  • Keller: ca. 10 – 15 °C, 50 – 65 %

Der Rötzer-Experten-Tipp: Gerade im Keller sollten Sie mit der Luftfeuchtigkeit aufpassen, denn die kühleren Temperaturen unter der Erde sorgen dafür, dass die Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann. Bei einer hohen relativen Raumfeuchte kann es somit schneller zur Bildung von Kondenswasser und Schimmel kommen.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen – Wie senken?

Was also tun, wenn der Hygrometer bei Messung der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen einen zu hohen Wert anzeigt? Zunächst einmal gilt es die Ursache zu ermitteln. Denn eine erhöhte Raumfeuchte kann verschiedene Gründe haben: In Altbauten können Baumängel ursächlich sein, in Neubeuten frisch hochgezogene Wände, die noch nicht komplett trocken sind und Wasserdampf abgeben. Doch keine Panik: Denn viel häufiger liegt eine zu hohe Luftfeuchte nur an einem falschen Lüft- und Heizverhalten.

Rötzer Ziegelelement Haus Rötzer Ziegelelement Haus mit offenem Kunststofffenster, Blick nach draußen.

Mit diesen Tipps können Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Heim senken:

Geschickt lüften

Beim Lüften hat die Heizung Sendepause! Bitte drehen Sie diese solange auf null. Dazu gilt: Stoßlüften vor Fenster kippen. Machen Sie die Fenster für fünf bis zehn Minuten komplett auf. Wenn Sie zwei gegenüberliegende Fenster öffnen, entsteht ein schöner Durchzug.

Türen schließen und stoßlüften

Kochen oder Duschen sollten Sie mit geschlossener Zimmertür, damit der Wasserdampf nicht sofort in die Wohnräume wabert. Dafür reißen Sie danach einfach für ein paar Minuten die Fenster auf, damit der Dunst nach draußen entweicht.

Luftentfeuchter

Wenn ein z. B. fensterloses Bad in der Wohnung das Lüften unmöglich macht, hilft ein Luftentfeuchter. Aber Achtung, greifen Sie nicht zum erstbesten Gerät, sondern erkundigen Sie sich vorher, welches für Sie in Frage kommt. Fragen Sie am besten einen Fachmann, bevor Sie in ein solches Gerät investieren, denn auch teuer heißt nicht gleich gut.

Auf Hausmittel setzen

Um einem Raum Feuchtigkeit zu entziehen, können Sie auch Wasser absorbierende Materialien im Raum unterbringen. Dafür eignet sich z. B. normales Haushaltssalz (ohne Jod oder Fluorid) oder auch grobkörnige Katzenstreu. Stellen Sie das Material in Schälchen an die Stellen, wo das Hygrometer die höchsten Werte misst. Schön gestaltet, fungieren diese zugleich als Deko-Element!

Nasse Wäsche nicht im Wohnraum aufhängen

Trocknen Sie Ihre Wäsche besser draußen. Im Winter empfiehlt sich die Verwendung eines Trockners. Nasse Textilien können auch bei geöffnetem Fenster im Bad trocknen.

Wasserhaltige Deko meiden

Auch Zimmerpflanzen, Zimmerbrunnen, Aquarien und Co. tragen zu einer höheren Luftfeuchte bei. Bei einem kritischen Wert sollten Sie diese Elemente deshalb besser meiden oder zumindest Aquarien abdecken.

Im Sommer nur Frühs und abends lüften

Denn zu diesen Zeiten ist die Außentemperatur noch niedrig und die Außenluft trockener als die Raumluft.

Der Rötzer-Experten-Tipp: Wenn Sie Probleme mit zu hoher Raumfeuchte haben, stellen Sie Möbel möglichst nicht an Außenwände. Falls es nicht anders geht, achten Sie zumindest darauf, dass zwischen Möbel und Wand ein Abstand herrscht, um eine unentdeckte Kondenswasser- und Schimmelbildung zu vermeiden.

Zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen – wie erhöhen?

Dusche – Rötzer Ziegelelement Haus

Im Winter kann es schon mal passieren, dass durch die Heizluft zu wenig Luftfeuchtigkeit im Raum herrscht. Sonst kommt so etwas eher selten vor. Im Winter nützt Lüften zur Steigerung der Raumfeuchte leider gar nichts, da die Außenluft durch die Kälte oft genauso trocken ist. Im Prinzip erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen, indem Sie genau die Punkte anwenden, die Sie beim Senken der Luftfeuchte meiden sollten.

Folgende Punkte helfen die Luftfeuchte zu steigern:

Heizung niedriger drehen

Da kalte Luft weniger Wasser transportiert, steigt bei kühlerer Raumtemperatur die Luftfeuchtigkeit.

Schälchen Wasser auf Heizung stellen

Das Wasser verdunstet und der Wasserdampf lässt die Luftfeuchtigkeit steigen.

Wäsche im Wohnraum trocknen

Hängen Sie Ihre nasse Wäsche drinnen auf und lassen Sie Ihre Zimmertüren offen. So zieht der Wasserdunst in alle Räume. Auch Bügeln hilft – verlegen Sie dazu einfach die Bügelarbeiten in den Wohnraum.

Luftbefeuchter

Auch zum Erhöhen der Raumfeuchte gibt es natürlich technische Hilfe. Doch auch beim Luftbefeuchter raten wir Ihnen, Qualität und Leistungsfähigkeit vor dem Kauf sicherzustellen.

Nach dem Baden oder Duschen Badezimmertür öffnen

So entweicht der Wasserdampf in Ihre Wohnräume und die Luftfeuchtigkeit steigt.

Der Rötzer-Experten-Tipp: Im Sommer können Sie durch häufiges Lüften die Luftfeuchtigkeit steigern, denn dank der warmen Sommertemperaturen enthält die Außenluft mehr Feuchtigkeit. Mit dem Hygrometer können Sie checken, ob der Feuchtigkeitsgehalt der Außenluft die Raumfeuchte innen übersteigt und ausgiebiges Lüften sich lohnt.

Schon beim Hausbau auf feuchtigkeitsregulierendes Baumaterial setzen

Tatsächlich ist das Baumaterial an der Feuchtigkeitsregulierung beteiligt. Nicht umsonst setzen wir von Rötzer auf die Ziegelbauweise. Denn Ziegelsteine besitzen eine Kapillarstruktur, durch welche sie Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben können. Das Material atmet gewissermaßen. So ist von Grund auf bereits ein Ausgleich der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen gewährt. Zu Feuchtigkeitsstau oder Kernfeuchte kommt es innerhalb einer Ziegelwand deshalb nur äußerst selten.

Behagliches Wohnklima dank kontrollierter Wohnraumlüftung

Wer sich nicht sicher ist, kann auch auf eine kontrollierte Wohnraumlüftung (kurz KWL) zurückgreifen. Solche mechanischen Systeme sorgen für einen regelmäßigen Luftaustausch und somit eine konstant gute Luftqualität. Das System führt den Wohnräumen stetig frische Luft zu, ohne das Bewohner die Fenster öffnen müssen. Verbrauchte Luft wird abgesaugt und mit ihr übermäßige Feuchtigkeit. Dies geschieht meist in Bad oder Küche, also den Räumen, die sowieso mit einer hohen Luftfeuchte zu kämpfen haben.

Zum Weiterlesen

Gerade für die optimale Luftfeuchtigkeit, aber auch zur Prävention von Schimmelbildung ist Lüften wichtig. Wir verraten Ihnen alle Tipps, damit Sie beim Stoßlüften in Zukunft alles richtig machen!