Bodenplatten Aufbau: Alles was Sie über die Fundamentplatte wissen müssen

Der Startschuss für den Hausbau beginnt nach dem Erdaushub mit einem sicheren Fundament. Dabei stehen Bauherren vor der ersten wichtigen Entscheidung: Keller oder Bodenplatte? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Aus Kostengründen entscheiden sich viele für die Bodenplatte. Doch nicht immer ist diese Entscheidung auch die Richtige. Neben dem persönlichen Raumbedarf sollten unbedingt Faktoren wie Lage und Beschaffenheit des Grundstücks mit einbezogen werden. Welche Alternative besser ist, lässt sich aus diesem Grund pauschal nicht beantworten. Wir haben für Sie zusammenfasst, wie der Bodenplatten Aufbau abläuft. Außerdem finden Sie hier die entscheidenden Vor- und Nachteile der Bodenplatte im Überblick, sodass Sie für Ihr Eigenheim individuell die richtige Entscheidung treffen können. 

Bodenplatte – ist gleich Fundament?

Beim Bodenplatten Aufbau kommt es ganz darauf an, welche Rolle er für das Fundament spielt. Im Allgemeinen fungiert die Bodenplatte als Übergang zwischen Boden und Gebäude. Hierbei wird zwischen der tragenden Kellerbodenplatte und der Fundamentplatte unterschieden. Letztere kommt bei Gebäuden ohne Unterkellerung zum Einsatz und wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch nur als Bodenplatte bezeichnet. Im Gegensatz zur Kellerbodenplatte, spielt diese allerdings eine andere Rolle bei der Statik des Hauses. Eine Bodenplatte muss folgende Anforderungen erfüllen:

  • Gleichmäßige Gewichtsverteilung des Gebäudes auf den Boden
  • Vermeidung von Bodenverformungen und Risse im Bauwerk
  • Schutz vor Eigenbewegungen des Hauses (zum Beispiel durch Kälte oder Wärme verursacht)

Das Fundament – Gründungsarten Überblick

Das Fundament ist die Grundlage für den Hausbau. Dieses entscheidet außerdem, welche Rolle der Bodenplatte zukommt. So kann allgemein zwischen der sogenannten Tief- und Flachgründung unterschieden werden. Bei Tiefgründungen werden die Lasten über Pfähle aus Stahlbeton in den Boden abgeleitet. Für die Bodenplatte kommt hingegen eine Flachgründung zum Einsatz. Und hier stehen wiederum drei verschiedene Varianten zur Auswahl:  

Das Einzelfundament

Wenn es eher zu einer punktartigen Belastung kommt, wie etwa unter den Stützen eines Balkons, sind Einzelfundamente die richtige Wahl. Hier ist der Querschnitt in der Regel rund, rechteckig oder quadratisch. Häufig findet man Einzelfundamente auch bei Gewerbebauten, wie zum Beispiel Hallen, wo es rasterartig unter Stützen oder schweren Maschinen eingebaut wird.

Das Streifenfundament 

Das Streifenfundament gilt als besonders einfache und kostengünstige Fundamentlösung. Dabei handelt es sich um ein schmales, langgezogenes Fundament, das die Lasten linienartig in den Untergrund ableitet. Bei Altbauten wurde das Streifenfundament noch vorwiegend aus Naturstein oder Ziegel errichtet. Heute besteht es meist aus Beton. Darauf wird dann häufig eine dünne, nicht tragende Bodenplatte aufgebracht. Alternativ können darauf auch die Wände direkt errichtet werden. Um die Lasten besser zu verteilen, muss das Streifenfundament dann allerdings breiter als die Mauer sein. 

Plattengründung

Heute entscheiden sich immer mehr Bauherren für eine Plattengründung mit Fundamentplatte, kurz auch einfach nur Bodenplatte genannt. Hier ist die gesamte Grundrissfläche als Fundament vorgesehen. Der Vorteil dabei: Sie soll Verformungsunterschiede optimal ausgleichen, wodurch Setzungen und Risse vermindert werden. 

Vom Erdaushub über das Fundament bis hin zur richtigen Bauweise – beim Hausbau gibt es jede Menge Punkte zu beachten. Hier können Sie außerdem nachlesen, welche einzelnen Planungs- und Bauschritte bei der Rötzer Ziegelbauweise auf Sie zukommen. 

Bodenplatten Aufbau – Das sind die Grundregeln

Beim Bodenplatten Aufbau wird nach dem Erdaushub direkt auf die Grubensohle die sogenannte Sauberkeitsschicht aufgebracht. Diese besteht meist aus Splitt, Kies oder Magerbeton. Für eine zusätzliche Isolierung vor Feuchtigkeit kommen außerdem diffusionsdichte Folien aus Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC) zum Einsatz. Darüber hinaus darf beim Bodenplatten Aufbau eine Wärmedämmung nicht fehlen, welche wahlweise über oder unter der Bodenplatte angebracht werden kann. Hierbei kommen verschiedene Dämmmaterialien in Frage:

Wärmedämmung unter der Bodenplatte:

  • Platten aus Polystyrol (EPS oder XPS)
  • Schaumglasplatten
  • Schaumglasschotter
  • Polyurethanschaum

Wärmedämmung über der Bodenplatte:

  • Vakuumdämmplatten (VIP)
  • Polystyrol-Hartschaum (EPS)
  • Holzfaserdämmplatten
  • Dämmungen auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Kork, Hanf oder Stroh

Die Thermobodenplatte – für eine besonders gute Wärmedämmung

Wenn man sich ein Energiespar- oder Passivhaus wünscht, ist die Thermobodenplatte empfehlenswert. Und auch bei Häusern ohne Keller macht sie Sinn. Hierbei wird eine kapillarbrechende Schotterschicht auf den Grund aufgebracht. Diese sorgt dafür, dass sich bei Frost- und Tauwechsel keine Bodenbewegungen unterhalb der Dämmschicht ergeben. Zudem werden häufig zwei Lagen druckfester Dämmplatten im Verbund gelegt. Sie sollen verhindern, dass Feuchtigkeit und Kälte aufsteigen. Bei der Wärmedämmung ist besonders darauf zu achten, dass die Thermobodenplatte alle Seiten gut umschließt, damit keine Wärmebrücken entstehen. Bei der Thermobodenplatte mit Flächenheizung, sollten Sie darauf achten, dass diese auf Niedrigtemperaturbasis arbeitet. Daraus können sich folgende Vorteile ergeben:

  • U-Werte von 0,17 bis 0,10 möglich
  • Sohle, Heizung und Estrich in einem
  • Geringe Heizkosten (keine Wärmebrücken)
  • Zeitersparnis in der Bauphase 

Keller oder Bodenplatte – der Kostenvergleich 

Aus Kostengründen entscheiden sich viele Bauherren für eine Bodenplatte. Doch lohnt sich das wirklich? Wie hoch die Kosten für Keller oder Bodenplatte letztendlich wirklich ausfallen, lässt sich pauschal nicht beantworten. Wir haben die ungefähren Kosten für Sie kalkuliert: 

Bodenplatte – Wie teuer wird es wirklich?

In der Regel setzen sich die Kosten für eine Bodenplatte aus den Erdaushubarbeiten auf Ihrem Grundstück, Schalungsarbeiten, sowie Beton und Bewehrung zusammen. Teuer wird es allerdings, wenn sich die Aushubarbeiten aufgrund der Bodenbeschaffenheit auf Ihrem Grundstück schwierig gestalten. Außerdem fallen die Kosten für eine speziell gedämmte Thermobodenplatte höher aus. Im Groben müssen Sie bei einer Bodenplatte mit folgenden Kosten rechnen: 

  • Bodenplatte: 7.000 bis 12.000 Euro
  • Thermobodenplatte: 18.000 bis 22.000 Euro

Keller – Diese Kosten kommen auf Sie zu

Ähnlich wie bei der Bodenplatte, sind auch die Kosten eines Kellers abhängig von verschiedenen Faktoren. Hier spielen beispielsweise die Grundfläche des Kellers, die Ausstattung sowie die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Bei hohem Grundwasserspiegel und schwierigen Bodenverhältnissen ist beispielsweise ein sogenannter WU-Betonkeller, ein Kellerbau mit weißer Wanne nötig. Dieser ist in der Regel teurer als der herkömmliche Keller. Ungefähr müssen Sie bei einem Keller aber mit Kosten zwischen 40.000 Euro und 75.000 Euro rechnen. Laut der Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF ) lohne es sich aber, in den Keller zu investieren, um später davon zu profitieren. So könne man dank einem Keller etwa 40 % vergrößern. 

Bodenplatte – Das sind die Vor- und Nachteile 

Egal ob Keller oder Bodenplatte: beides hat seine Vor- und Nachteile. In puncto Kosten kann die Fundamentplatte günstiger ausfallen – muss aber nicht unbedingt! Wir haben die Vor- und Nachteile einer Bodenplatte gegenübergestellt:

Vorteile 

  • Kostenersparnis
  • Kein Feuchtigkeitseintritt durch Grundwasser

Nachteile

  • weniger Stauraum und Abstellflächen
  • nicht für jedes Grundstück geeignet
  • Verbesserte Wärmedämmung oft kostspielig 

Natürlich sollten Sie auch die Vor- und Nachteile eines Kellers kennen, um die richtige Entscheidung für Ihren Hausbau zu treffen. Diese können Sie in unserem Blogbeitrag „Hausbau mit oder ohne Keller“ nachlesen. 

Keller oder Bodenplatte – auf das Grundstück kommt es an

Die Frage nach der geeigneten Bodenplatte kann letztendlich nur nach einem ausführlichen Bodengutachten beantwortet werden. Dieses misst geologische Beschaffenheit, Höhe des Grundwasserspiegels sowie die Tragkraft des Bodens. So kommt bei einem Grundstück in Hanglage ohnehin nur eine Unterkellerung in Frage. Eine Konstruktion mit Bodenplatten wäre in diesem Fall zu aufwendig und teuer. Ist der Boden allgemein nicht ausreichend tragfähig, muss auch für den Bodenplatten Aufbau Boden ausgetauscht werden – hier können die Kosten gerne einmal in die Höhe schnellen. Unser Tipp: Investieren Sie in eine professionelle Bodengutachtung – denn dieses erspart ihnen böse Überraschungen!

Übrigens: Auch die Bauform kann eine Rolle in der Entscheidung für oder gegen einen Keller spielen. Auf Grund der Architektur von Bungalows sind beispielsweise alle Räume auf einer Ebene untergebracht. Dies führt zu einer großen Grundfläche, bei der eine Vollunterkellerung kostentechnisch wenig Sinn macht. Bei Bungalows wird deshalb meist auf eine Unterkellerung verzichtet.

Apropos: Hier können Sie außerdem nachlesen, ob Sie mit einem Fertighaus-Bungalow Baukosten einsparen können.