WU-Betonkeller: Bauweise für schwierige Bodenverhältnisse

Bei einem WU-Betonkeller handelt es sich um einen Stahlbetonkeller, der aus wasserundurchlässigem Beton mit einem dichten Gefüge hergestellt wird. Da die Stahlbetonkonstruktion die Abdichtungsfunktion bereits übernimmt, entfallen zusätzliche Abdichtungsarbeiten. Die Bodenplatte und die Außenwände werden dabei als eine geschlossene Wanne mit einem hohen Wassereindringwiderstand gefertigt. Aufgrund der hellen Farbe wird diese Art des Bauens auch häufig als „Weiße Wanne“ bezeichnet.

Wann wird ein WU-Betonkeller eingesetzt?

Ein WU-Betonkeller wird bei schwierigen Bodenverhältnissen eingesetzt, wie zum Beispiel bei Grundstücken mit drückendem Grundwasser oder aufstauendem Sickerwasser. Dadurch wird verhindert, dass Wasser in flüssiger Form durch den Beton gelangt. Allerdings ist der Beton trotzdem nicht vollständig wasserdicht. Je nachdem für welche Nutzungsklasse Sie sich entscheiden, ist es beim Einsatz von Beton mit begrenzter Wasserdurchlässigkeit möglich, dass weiterhin Wasserdampf durch die Mauer diffundiert und sich als Kondenswasser an der Wandoberfläche niederschlägt. Die Wand wird dabei nicht durchfeuchtet, sodass der Keller auch bei stehendem Grundwasser trocken bleibt.

Eigenschaften eines WU-Betonkellers

  • hohe Belastbarkeit
  • keine zusätzliche Abdichtung nötig
  • geeignet bei drückendem oder aufstauendem Wasser
  • zeitsparende und kostengünstige Produktion
  • durchwurzelungsfest
  • reiner Nutzkeller
WU-Keller. Kellerabdichtung. Rötzer Fertighäuser.
Hier wird der Keller eines Rötzer-Fertighauses abgedichtet.

Planung und Herstellung eines WU-Betonkellers

Damit der WU-Keller auch seinen Zweck erfüllt, ist bei der Planung und Umsetzung höchste Präzision gefragt. Im Gegensatz zu einem gemauerten Keller, sind in diesem Fall weniger Arbeitsschritte notwendig. Ein sorgfältiges Vorgehen sowie das nötige Fachwissen entscheiden über die Qualität des Bauwerkes. Folgende Schritte sind dabei zu beachten:

1. Ermittlung des Bemessungswasserstands und der Beanspruchungsklasse

Der Bemessungswasserstand wird nach DIN 18195-1 ermittelt. Da eine Momentaufnahme in diesem Fall nicht ausreicht, berücksichtigt man bei der Messung den höchsten Grundwasserstand aus den vergangenen Jahren. Falls vorhanden spielt auch der chemische Angriffgrad des Grundwassers sowie des Bodens eine Rolle.

Beanspruchungsklasse 1: nichtdrückendes Wasser, teilweise aufstauendes Wasser, drückendes Wasser

Beanspruchungsklasse 2: nichtstauendes Sickerwasser, Bodenfeuchtigkeit

2. Festlegung der Nutzungsklasse

Nutzungsklasse A: kein Wasserdurchtritt in flüssiger Form möglich, keine feuchten Stellen an der Wandoberfläche

Einsatzbereiche: Wohnungsbau, Lagerräume für hochwertige Güter

Nutzungsklasse B: kein Wasserdurchtritt, Bildung von feuchten Stellen, Dunkelfärbungen oder Wasserperlen an der Wandoberfläche sind zulässig

Einsatzbereiche: Garagen, Tiefgaragen, Installations- und Versorgungsschächte und -kanäle, Lagerräume mit geringen Anforderungen

  1. Auswahl des Betons
  2. Festlegung der Wanddicke
  3. Bestimmung von Bauweise, Druckgefälle und rechnerischer Rissbreite
  4. Bestimmung des Druckgefälles
  5. Optimierung der Konstruktion hinsichtlich Zwangbeanspruchung
  6. Festlegung von Fugenaufteilung und Abdichtungssystem
  7. Beachtung von bauphysikalischen Anforderungen an den Beton

Fazit: WU-Betonkeller – Bauweise für schwierige Bodenverhältnisse

Der Keller eines Hauses ist aufgrund von Umwelteinflüssen einer dauerhaften Belastung ausgesetzt. Um den Anforderungen gerecht zu werden, erfordert der Bau eines WU-Betonkellers trotz der einfachen Konstruktion eine detaillierte Planung und sorgfältige Umsetzung. Um Mängel und Pfusch bei der Herstellung zu vermeiden, sollten Sie immer auf Fachleute zugreifen und Bauexperten zurate ziehen.

Falls Sie sich noch unsicher sind, ob überhaupt ein Keller in Frage kommt, können Sie sich auf unseren Beitrag „Hausbau mit oder ohne Keller“ über die Vor- und Nachteile informieren.