Was ist das Besondere an einem Pultdachhaus?

Ein Pultdachhaus zieht in deutschen Wohngebieten wegen seines extravaganten Looks häufig alle Blicke auf sich. Es zeichnet sich durch eine einseitig geneigte Dachfläche aus, welche durch die unterschiedliche Höhe der Vorder- und Rückwand des Hauses entsteht. Je nach Differenz entsteht so meist eine Neigung zwischen 11 und 60 Prozent. Das brachte der Dachform auch ihren Namen: denn aus der Ferne betrachtet, erinnert sie an ein Rednerpult.

Das Pultdach ist in deutschen Wohngebieten eher noch ein Ausnahmefall. Ein Grund dafür könnte sein, dass diese Dachform früher eher für den gewerblichen Bau oder Nebengebäude, wie z. B. Carports oder Schuppen, genutzt wurde. Doch diese Vorurteile werden dem Pultdach nicht gerecht. Das „halbe Satteldach“ überzeugt auch für das private Eigenheim mit jeder Menge Besonderheiten.

Das große Plus im Obergeschoss: Kaum Raumverlust und bessere Lichtverhältnisse

Ein Pultdachhaus besteht aus mehreren, meistens zwei Stockwerken. Im Obergeschoss profitieren die Bewohner häufig von einer fast uneingeschränkten Wohnflächennutzung. Dies hängt jedoch von der gewählten Dachneigung ab, je geringer diese ist, desto weniger Flächenverlust ist zu verzeichnen.

Die einseitig geneigte Dachfläche bringt auch einen weiteren Vorteil: Anstatt auf Dachfenster zurückgreifen zu müssen, können an drei Hausseiten Standardfenster verbaut werden. So gelangt mehr Licht in die Wohnräume und sorgt für eine deutlich freundlichere Atmosphäre.

Rötzer Experten-Tipp: Achten Sie bei Ihrer Wohnraumgestaltung nicht nur auf den Lichteinfall, sondern auch auf die richtige Auswahl der Wandfarben.

Ein Pultdachhaus bietet ideale Voraussetzungen für Photovoltaik-Anlagen

Wenn Sie bei der Ausrichtung Ihres Hauses bereits darauf achten, dass die Fläche des Pultdaches gen Süden gerichtet ist, herrschen perfekte Bedingungen für die Nutzung von Sonnenenergie. Viele Besitzer von Pultdachhäusern entscheiden sich für die Installation von Photovoltaik-Anlagen, um ihre Energiekosten zu senken.

Aus Regenwasser wird im Handumdrehen Brauchwasser

Da die Fläche von Pultdächern in nur eine Richtung geneigt ist, kann ablaufendes Regenwasser gezielt aufgefangen und als Brauchwasser wiederverwendet werden. Hierfür muss z. B. ein Regenfallrohr mit Wasserklappe oder mit Regensammler ausgestattet werden. Soweit möglich, bietet eine Regenwasserzisterne zusätzliche Möglichkeiten zur Sammlung von Regenwasser. Bei einem Pultdachhaus gilt es zu beachten, dass der Neigungswinkel des Daches nicht zu gering ist. Denn die Schräge begünstigt durch das abfließende Regenwasser die Reinigung der Dachhaut und verhindert stehendes Wasser.

Die verschiedenen Varianten des Pultdaches

Auch beim Pultdachhaus haben Bauherren die Möglichkeit, die Architektur nach individuellem Wunsch anzupassen.

Das einfache Pultdachhaus ist dabei der Klassiker.

Spezieller ist das versetzte bzw. Doppelpultdach: Hierbei werden zwei in der Höhe abgestufte Pultdächer auf ein Haus gesetzt. In die dadurch entstehende Kante können bestens Oberlichter für zusätzlichen Lichteinfall eingebaut werden.

Beim kragenden Pultdach wird die Dachfläche auf einer Seite über die Hauswand hinaus verlängert und schafft so eine hervorragende Terrassen bzw. Balkonüberdachung.

Unabhängig davon, für welche Ausführung sich Bauherren entscheiden, die Abdichtung eines Pultdaches sollte stets dem Profi überlassen werden. Vielleicht ist aber auch eine andere Dachform für Ihre Bedürfnisse besser geeignet? Verschaffen Sie sich in unserem Blogbeitrag zu den verschiedenen Dachformen einen Überblick. Wir von Rötzer helfen Ihnen bei der Planung Ihres Traumhauses und beraten Sie gerne unverbindlich über die Möglichkeiten eines Pultdachhauses.